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Warum Nirvana die meist überschätze Band der 90er ist

"Hm? Nö, irgendwie sagt mir das alles nichts. Konnte der überhaupt Gitarre spielen?"

"Bitte? Das ist jetzt nicht dein ernst, oder?"

"Doch....... das beste Album der ersten 90er Hälfte ist immer noch 'Achtung Baby'. Oder 'Songs of faith and devotion'. Oder 'Division Bell'. 'Nevermind' ist... hm.... ach, gibt halt besseres."

Es kommt ja immer wieder vor, dass gewisse Grundstimmungen innerhalb bestimmter Gesellschaftsschichten eine besondere musikalische Untermalung erhalten. Hinterher nennt man das dann Jugendbewegung. Hat es immer schon gegeben, wird es auch immer wieder geben. Beatnicks, Hippies, Mods, Punker, Popper, Goths und.... Flanellhemdentragende desillusionierte Jugendliche aus dem Nordwesten der USA. Damit diese Minderheit an Steuerzahlern allerdings eine Stimme fand brauchte es erst einmal drei Musiker. Ach, was sag ich da. Es brauchte einen Musiker, einen Messias, einen Propheten.... Kurt Cobain. Zusammen mit seinen beiden Begleitmusikern Kris Novoselic und Dave Grohl schreibt er 1991 Musikgeschichte.

Das Cover – legendär. Ein nackter Säugling, der unter Wasser nach einem Dollarschein taucht.

Der Name – Nevermind.

Album Nummer 2 brachte die Charts zum rotieren, versetze die Musikjournale in Verzückung und ... sorgte für die sprungartige Vermehrung von bunten Holzfällerhemden. Ein Album von epochaler Auswirkung. Keine Top-10 Liste kommt ohne aus und jeder jenseits des Mainstreams findet es ganz selbstverständlich „unglaublich beeinflussend“.

Und jetzt? Nevermind ist über 15 Jahre alt, der Heilsbringer nahm sich 1994 unter Drogeneinfluss das Leben. Und wie sich das gehört, natürlich im erstrebenswerten Alter von 27 Jahren. Angeblich war aber nicht er das, sondern die böse Courtney. Doch egal wer es war, es gab ein paar Irre, die es dem Musiker in den tagen darauf nachmachten. Selbst heute findet man noch auf vielen Rucksäcken und Schreibblöcken den Satz, der in Cobains Testament stand „It’s better to burn out than to fade away“. Der Ritter von der traurigen Gestalt – ein Idol für andere?
Ich behaupte, nein. Die Bühnenperson Kurt Cobain war eine Mischung aus Weltentfremdung, Zurückgezogenheit, Aufgabe und Schicksalsschlägen. Eben das, womit sich Teenager beschäftigen. Die Welt wird nicht verstanden, die elitären Erwachsenen sind so fremd und die Zukunft ungewiss. Jetzt soll mir mal einer sagen, in welcher Teenagergeneration das nicht so ist. Eine Jugendkultur also bestehend aus der Normalität? Ohne Versuch soziale und politische Strukturen zu verändern? Das ist keine Bewegung, sondern Trend. Da obena uf der Bühne, da jammert einer. So wie wir. Und keiner versteht ihn, so wie uns. Und er ist so sensibel, so wie wir. Die Emos der 90er.. nur ohne Kajal.
Und wie diese war der Grunge vor allem in kommerzieller Hinsicht erfolgreich. Pearl Jam, Soundgarden, Alice in Chains, Silverchair..... Doch was bleibt hinter dem kurzweiligen Erfolg? Was ist noch übrig von dem, was in der Mitte des letzen Jahrzehnts ein jähes Ende fand? Wo bleibt der Einfluss?

Künstlerisches kann es nicht sein, dafür waren die Strukturen eines Nirvanasongs zu simpel. Und textlich? Cobain kann von mir aus weiterhin als Poet verklärt werden, bessere Texte aber haben seinerzeits andere geschrieben. Nirvana profitiert demnach weiterhin vom Mythis Cobain. Von seiner Energie, von Melancholie, seichter Gesellschaftskritik und demjenigen, der sich für seine Generation geopfert hat. Es hat aber auch nie jemand behauptet, dass Talent und Können alleine eine Legende schaffen. Nur eben, dass manche Legenden im Laufe der Zeit ausgebaut werden, glorifiziert. Gibt es noch einen hippen, alternativen Indiehörer ohne Cobain-Button? Und warum ist es geradezu ein Frevel zu sagen: Nirvana? Hm... ne.... gibt besseres? Weil man das nicht hören will. Einen Mythos stellt man nicht in Frage, er ist absolut.
Doch das was nicht hinterfragt wird ist meistens ohne Inhalt. Die Bedeutung von Nirvana? Einzig der Beweis dafür, dass große Majorlabels mehr Mut zu grobkörnigen Sound und seltsamen Musikern hätten haben sollen. Mit dem Grunge begann das Zeitalter von Alternative. Er hat ihm die Tür geöffnet und ist dann sang und klanglos verschwunden. Das sollte bedacht werden. Das ist wichtiger als einen drogenabhängigen, sich selbst zerstörenden Junkie weiter als Symbolfigur zu sehen.

11.1.08 17:44





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